Ein Stück Hamburger Geschichte kehrt zurück

Die “HFB 320″ oder der “HANSA JET” – wie dieses Flugzeug auch viel häufiger bezeichnet wird – ist ein Meilenstein der europäischen Luftfahrtindustrie.

Es ist das erste deutsche, in Serie gebaute Verkehrsflugzeug mit Strahlantrieb. Dieses Baumuster entstand ab 1964 in Hamburg und ist damit einer der Wegbereiter der Airbusproduktion in Hamburg Finkenwerder.

Die Gründung eines unabhängigen Vereines zum Erwerb und Betrieb des HANSA JET als historisches Fluggerät im deutschen Register ist bereits im Mai 2004 geschehen. Doch erst im Jahr 2007 konnte schließlich der Kaufvertrag für die fünfte gebaute Serienmaschine unterzeichnet werden. Im August des selben Jahres erfolgte dann die Überführung dieses Exemplars von Manching nach Hamburg auf dem Landweg.

Doch auch hier sollte es noch einige Zeit dauern, bis endlich der letztendliche Platz gefunden und bezogen werden konnte, an dem die Restaurierung nun starten kann.

Möchten Sie mehr erfahren: unter Inhalt erzählen wir beinahe die ganze Geschichte – erhalten Sie einen Einblick in die Entstehung dieses Fliegers und informiert Sie über die weiteren (und weiten) Wege, die bis zum Ziel noch vor uns liegen.

Sind Sie neugierig auf unseren Verein geworden? Dann setzen Sie sich gern mit uns in Verbindung – nutzen Sie dazu bitte unser Kontaktformular (Kopfzeile).

Kennen Sie den HANSA JET noch nicht? Dann lesen Sie bitte oben links unter INHALT!

Viel Vergnügen beim Durchstöbern unseres virtuellen Vereinsheimes wünscht Ihnen der Verein

“Ein HANSA JET für Hamburg e.V.”


Historische Aufnahmen

Da wir nicht nur einen HANSA JET wieder flugtüchtig instandsetzen, sondern uns auch für die Geschichte der Hamburger Flugzeugbau GmbH interessieren, freuen wir uns sehr über Fotos und Erinnerungsstücke aus der “guten alten Zeit”. So, wie diese drei Fotos, die uns Ernst Lerche kürzlich überließ, und die wir gerne mit allen HANSA JET Fans teilen möchten. Herr Lerche arbeitete als Flugmessingenieur am Bau und Betrieb der Messanlage in der HFB 320 V1. Herzlichen Dank für die Überlassung dieser wunderbaren Aufnahmen! Wolfgang Borgmann

 

HANSA JET Endmontagelinie

Vor 85 Jahren: der Hamburger Flugpionier Paul Bäumer stürzt ab!

Paul Bäumer vor seinem Sausewind BIV

Vor 85 Jahren, am 15. Juli 1927, verunglückte der Hamburger Flugpionier Paul Bäumer tödlich bei der Flugvorführung einer Rohrbach Rofix am Flughafen Kopenhagen-Kastrup. Er wurde ganze 33 Jahre alt. Mit ihm starb der damals berühmteste Hamburger Flieger, dessen Trauerzug rund 20.000 Menschen quer durch Hamburg zum Ohlsdorfer Friedhof begleiteten. Dort erinnert noch heute ein Denkmal an jenen Flugpionier, dessen Bäumer Aero in Fuhlsbüttel mit dem “Sausewind” das erste, konsequent auf Aerodynamik getrimmte Flugzeug in den 20er Jahren entwickelte und produzierte. Konstruiert wurde es von Walter und Siegfried Günter, die später zu Heinkel wechselten. Die He 70, He 111 – und selbst das erste Düsenflugzeug der Welt, die He 178, zeigten jene typische “Günter’sche Handschrift”, die sich bereits beim Sausewind abzeichnete.

Wolfgang Borgmann

Dassault Mercure – Parallelen zum HANSA JET Programm

Mercure 100 im Einsatz für Air Inter

Obgleich beide Flugzeugmuster nicht unterschiedlicher in ihrem Design sein könnten, weisen der HANSA JET und die Dassault Mercure einige Gemeinsamkeiten in ihrer Projekthistorie auf. So waren die HFB 320, wie die Mercure 100, beides Hoffnungsträger ihrer jeweiligen Hersteller, die technologisch hervorragend – doch finanziell ein Flop waren.

Dassault, wie die Hamburger Flugzeugbau GmbH, hatten mit ihren Entwicklungen Neuland betreten. Für Dassault war die Mercure das erste Verkehrsflugzeugmuster, während der HANSA JET für HFB das erste, nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig selbst entwickelte und produzierte Flugzeugprojekt überhaupt war.

So blieb es nicht aus, dass beide Hersteller ihren Wagemut mit Lehrgeld teuer bezahlten. Für Dassault blieb es der einzige Versuch, sich im Segment der großen Verkehrsflugzeuge zu etablieren. HFB verlor seine Selbständigkeit und fusionierte mit Bölkow und Messerschmitt zu MBB.

Und noch eine Gemeinsamkeit: die Mercure und der HANSA JET wurden in pan-europäischer Kooperation gefertigt. Beide Hersteller wählten dafür u.a. die spanische CASA aus, die heute ein Teil von Airbus ist. Zudem bekamen weiter entwickelte Versionen, wie die HFB 330 FAN JET und die Mercure 200, von ihren jeweiligen Herstellern keine Chance auf Verwirklichung. So konnten beide Muster nicht unter Beweis stellen, welches Potential in ihnen steckt. Kommerziell, wie technologisch.

Die Mercure 100 wurde als 150sitziges Verkehrsflugzeug mit einer Reichweite von ca. 1.000 Kilometern für Kurzstreckenflüge konzipiert. Als Antrieb dienten die bewährten, auch bei den konkurrierenden Boeing 737, Boeing 727 und Douglas DC-9 verwendeten Pratt & Whitney JT8D Motoren. Auf den ersten Blick ähnelt die Mercure dem späteren Erfolgsschlager Airbus A320. Und hätte Dassault ausreichendes Vertrauen in sein eigenes Konzept gehabt, wäre es beim Bau der projektierten Mercure 200 mit CFM 56-Triebwerken und einer wesentlich grösseren Reichweite vielleicht niemals zur etwa gleich grossen, europäischen A320 gekommen.

So blieb es bei dem Basismuster, das am 28. Mai 1971 zu seinem Erstflug startete. Ganze zwölf Exemplare verließen die beiden Endmontagelinien in Istres (10 Serienflugzeuge) und Mérignac (2 Prototypen). Air Inter blieb der einzige Kunde für die Mercure, die eine großartige Sicherheitsbilanz über ihren Einsatzzeitraum von 19 Jahren vorweisen konnte. Zwischen dem ersten kommerziellen Linienflug am 4. Juni 1974, und der Ausmusterung aus dem Liniendienst am 11. Juli 1983, legten die elf von Air Inter eingesetzten Mercure (10 Serienflugzeuge + umgebauter Prototyp 02) 440.000 Flüge zurück, auf denen 44 Millionen Fluggäste unfallfrei transportiert wurden.

Wolfgang Borgmann

HANSA JET Infostand – Airbus Kantine Haus 17, 25. – 29. Juni 2012

Airbus-Mitarbeiter haben die Gelegenheit, sich diese Woche bei unserem Infostand vor der Kantine in Haus 17, über den HANSA JET-Verein zu informieren. Unser Team ist täglich während der Kantinen-Öffnungszeiten von 11 – 14 Uhr vor Ort und freut sich auf Ihren Besuch!

Das sich die Kantine auf dem Airbus-Werksgelände befindet, besteht die Besuchsmöglichkeit leider nur für zugangsberechtigte Personen!
Wolfgang Borgmann