Aufgeschnappt

Mit Humor gingen nicht nur die Azubis der WTD61 ans Werk, wie in dem vorherigen Beitrag von Nils Borkheim zu lesen war. Auch die Flugplaner der Lufthansa haben Witzbolde in ihren eigenen Reihen. Dies belegt die Flugnummer LH 2222 von München nach Toulouse. Two too to Toulouse? Kein Problem mit der Lufthansa! :-)

Wolfgang Borgmann

Überraschung beim Schrauben

Moin Moin allerseits,

bei einem der letzten Schraubertermine am Dienstag Nachmittag hatten wir folgende Überraschung beim öffnen einer Inspektionsklappe am hinteren Flugzeugrumpf:

Hier eine Darstellung des Inhaltes der Inspektionsklappe im Detail:

Dieser Zettel war wohl ein beliebter Scherz unter den Auszubildenden, die unser Flugzeug bei der WTD 61 in Manching betreut haben. Wir finden es eine schöne Anekdote!

Die Schraubertreffen am Flugzeug in Finkenwerder finden im wochentlichen Rythmus jeweils Dienstag Nachmittags ab 16 Uhr statt. Wer noch gerne aktiv an der Restaurierung unseres HFB 320 teilnehmen möchte, kann sich hierzu unter mcc@hansajet.de melden. Hilfe ist jederzeit willkommen!

Mit schraubenden Grüssen,

Nils Borkheim

HANSA JET – Top oder Flop?

Ganze 47 Flugzeuge, davon 45 Serienmaschinen, wurden vom HANSA JET produziert. Wenn auch der ökonomische Erfolg dem Projekt verwehrt blieb, so war die bei Entwicklung, Bau und Vermarktung der HFB 320 gewonnene Erfahrung für die Hamburger Flugzeugbau GmbH im wahrsten Sinne des Wortes unbezahlbar. So gilt der HANSA JET als Wegbereiter der nachfolgenden Airbus-Produktion in Hamburg-Finkenwerder. Ohne das Know-how der HANSA JET Fertigung wäre wohl kaum die Wahl auf Hamburg, als primären Airbus-Standort in Deutschland gefallen.

Aber kann man bei 45 produzierten Serienmaschinen im internationalen Vergleich überhaupt von einem Flop sprechen? Zumal es vom HANSA JET nur eine einzige Basisversion mit drei verschiedenen Triebwerks-Leistungen gab. Ein Blick auf die Geschichte der Düsenverkehrsflugzeuge verrät, dass dies keineswegs der Fall ist. So hatten selbst die jeweils ersten Versionen der heutigen Bestseller Boeing 737 und Airbus A320 ihre Anlaufschwierigkeiten. Erst nachfolgende, verbesserte Ausführungen konnten den internationalen Durchbruch erzielen. Wie die Geschichte des HFB 330 FAN JET zeigt, hat der HANSA JET diese Chance nie erhalten.

So stand das komplette Boeing 737 Programm kurz nach seiner Markteinführung bereits auf dem Prüfstand, als nach den ersten Aufträgen von Lufthansa und United Air Lines keine weiteren Order eingingen. Ganze 30 Boeing 737-100, überwiegend für Lufthansa gebaut, verließen die Werkshallen in Seattle. Und lediglich 21 Airbus A320-100 wurden produziert. Erst die folgenden ’200er’ Varianten, bei Airbus – wie Boeing, brachten den Erfolg.

Andere Jetliner, die technisch hervorragend, doch in nur einer Basisvariante angeboten wurden, ereilte das gleiche Schicksal wie den HANSA JET. Bestes Beispiel ist die in Bremen gebaute VFW 614, von der es nur 19 Maschinen gab. Von der Dassault Mercure 100, einem 150sitzigen Kurzstreckenflugzeug, erwarb die einstige französische Inlands-Airline Air Inter als einziger Kunde gar nur elf Exemplare. Dieses Muster dürfte daher den traurigen Negativrekord der geringsten Stückzahl, eines in Serie gebauten Düsenverkehrsflugzeugs halten.

Wolfgang Borgmann

Lesen Sie demnächst: Die Geschichte der Dassault Mercure 

 

Die Passagierkabine des HANSA JET in der Airliner-Ausführung

 

 

HFB 320 HANSA JET FAN

HFB 330 FAN JET

Im Januar 1969 ging die Hamburger Flugzeugbau GmbH mit ihren Plänen für eine weiter entwickelte Version der HFB 320 an die Öffentlichkeit. Dieses Muster, zunächst HFB 320 HANSA JET FAN, später HFB 330 FAN JET bezeichnet, sollte die anfänglichen Schwächen der Basisversion beheben. Und, so die Hoffnung des HFB-Managements, die Verkaufszahlen beflügeln.
Um dieses zu erreichen, verlängerten die Konstrukteure den HANSA JET Rumpf um 50 cm, auf 16,06 m, und tauschten die lauten, schwachen, und durstigen GE CJ 610 Motoren mit den damals modernen Garrett ATF 3 Mantelstromtriebwerken aus. Das Resultat war verblüffend. Die Reichweite mit nunmehr neun Passagieren in der VIP-Ausführung verdoppelte sich fast auf 4,150 km. Selbst die nun 14 Fluggäste fassende Airliner-Version wäre 3.000 km weit geflogen. Man kann nur spekulieren, ob sich die Verkaufszahlen des HANSA JET bei Realisierung der FAN-Version drastisch erhöht hätten. Tatsache ist, dass es nie zur Produktion dieser verbesserten Variante, die 1972 in Serie gehen sollte, gekommen ist.

Wolfgang Borgmann